Zum Verzeichnis der Bildstöcke, Wegkreuze und Grotten

Kreuz

der Familie Graskemper


Lage nach Straßenbezeichnung: Kliever Straße, Landstraße L 808
Geografische Lage nach Google Earth:51°34`´10.32" N 8°18´´10.16" 0

Allgemeines, Programmablauf der Restaurierung, Finanzierung und Quellennachweis klicke hier

Sie stehen vor einer etwas andersartigen Darstellung eines Kreuzes aus dem Jahr 2015.
Der Steinblock stammt aus dem gegenüberliegenden Steinbruch als Zeichen jahrtausendealter Entstehungsgeschichte.
Der nach oben hin spitz auslaufende, keilförmige Stein betont in seiner Schlichtheit das Kreuz.
Je nach Stand der Sonne wird es morgens von Osten und abends von Westen vom Sonnenlicht durchflutet.
Der Spruch auf der Vorderseite in Stein gehauen stellt den Bezug zwischen christlichem Glauben und dem Grundverständnis bäuerlichen Handelns dar.
Er lautet:
Öffne
meine Hände
Gott
deine Schöpfung
zu pflegen
und zu bewahren

(von Andrea Rehn-Laryea, entnommen aus dem Gotteslob)

Auf der Rückseite:
Zum Dank
Franz-Josef und Christiane
Graskemper
2015

Die Hofstelle des landwirtschaflichen Betriebes der Familie Graskemper liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur St.-Vinzenz-Kapelle im Ortskern von Klieve.

Da eine Erweiterung der Tierhaltung im Ort nicht möglich war, haben Franz-Josef und Christiane Graskemper 1999 einen Schweinemaststall als Teilaussiedlung hier in der Feldflur gebaut; 2001 kam dann der kleinere Stall hinzu.

Zur Geschichte des Hofes Graskemper ist im Kliever Geschichtsbuch "750 Jahre Klieve" ab Seite 109 folgendes niedergeschrieben:

" XI. Graskemper (früher Rötz bzw. Röttger):Nr. 12

Die erste urkundliche Erwähnung des Rötz-Hofes stammt aus dem Jahre 1565.
In einer Steuerliste wird er unter dem Namen "Rutger zu Clyve" geführt.
Der Name bildet sich im Laufe der Zeit zu Röttger und später zu Rötz um.
Der Hof war ein zur Kapelle gehörender Erbkotten.
In einem Anschreibebuch der Pfarrei Mellrich wird er 1648 genannt. Diese nahezu 350 Jahre alten Unterlagen weisen ihn mit der jährlich zu entrichtenden Pacht aus.
Wie lange der Rötz-Hof im Besitz der Familie Graskemper ist, lässt sich heute nicht mehr mit Genauigkeit feststellen. Dechant Franz Stille nahm an, dass schon vor 1700 der Name Graskemper auf dem Hof geführt wurde, da man seit dieser Zeit nie mehr den Namen Rötz, wohl aber den Namen Graskemp, genannt Rötz, oder Röttger finde.
Aus dem Jahre 1794 liegt eine Urkunde vor, in der das Kloster Rumbeck einem Christoph Graskemper, genannt Röttger zu Clieve, den Röttgers-Hof auf weitere 12 Jahre in Erbpacht überträgt.

Im Laufe des 19.Jahrhunderts konnte sich der Rötz- Hof erheblich vergrößern, in dem er das Land einiger, ehemals in Erbpacht der Kapelle befindlicher Kotten käuflich erwarb. Diese Erbkotten waren Freecks, Diestes und Schroers.
1829 wurden all diese Höfe noch in einem Lagebuch der Pfarrei Mellrich geführt.

Von den alten Gebäuden des Hofes ist heute kaum noch etwas bekannt. Lediglich stand bis 1938 ein Backhaus westlich des heutigen Wohnhauses. Es war ein zweistöckiges, im Fachwerkstil errichtetes Gebäude.
Die Bauten des heutigen Hofes sind maßgeblich aus Bruchstein. Während die Wirtschaftsgebäude zwischen 1903 und 1914 gebaut wurden, errichtete die Witwe Christiane Graskämper mit ihrem Sohn Franz bereits 1883 das Wohnhaus. "

Die Wirtschaftsgebäude sind im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut worden.
Franz-Josef und Christiane Graskemper bauten im Jahr 2008 ein Altenteilerhaus nördlich angrenzend an ihre Hofstelle.

Quellennachweis:
Angaben der Familie Graskemper
Udo Schniedertöns, Thomas Henkelmann "750 Jahre Klieve zwischen Ackerscholle und Grünsandstein".

Zum Verzeichnis der Bildstöcke, Wegkreuze und Grotten