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Kreuz

der Familie Wieneke


Gedächtnis

Was gut gepflanzt ist,
wird nicht ausgerissen.
Was treu bewahrt wird,
geht nicht verloren.
Wer sein Gedächtnis
Söhnen und Enkeln hinterlässt,
hört nicht auf.

Laotse


Weitere Erläuterungen zusammengestellt von Ortsheimatpfleger Gerhard Henneke
Weihnachten 2019
Lage nach Straßenbezeichnung: Springbergstraße 30
Geographische Lage nach Google Earth: 51°34'05.94'' N 8°17'21.71'' 0
Höhe ü.N.N. 167 m

Allgemeines, Programmablauf der Restaurierung, Finanzierung und Quellennachweis klicke hier

Das Kreuz steht nicht unter Denkmalschutz, ist nun aber von der Fa. Thomas Berghoff Rüthen restauriert worden.

Sie stehen vor einem gut positionierten Steinkreuz, direkt an der Hofzufahrt zum Gehöft Wieneke.
Nicht nur die Familie Wieneke will auf diese Weise an unseren Glauben erinnern. Auch der Vorbeireisende wird unübersehbar an Jesus Christus und seinen Tod am Kreuz erinnert.
Das Kreuz mit mächtigem Sockel und Schaft steht zu ebener Erde und man kann gefahrlos bis ans Kreuz gehen.
Oberhalb des Corpus hängt die Fahne mit dem Schriftzug: INRI

INRI oder auch J.N.R.J. sind die Initialen für den lateinischen Satz:
Jesus Nazarenus Rex Iudaeorum. (auch Jesus Nazarenus Rex Judaeorum)
Jesus von Nazareth, König der Juden.

Darunter hängt der Corpus als sogenannter Viernagel-Corpus. Der Körper ist in weiß gehalten, während der Lendenschurz in brauner Farbe mittig und linksseitig geknotet ist.
Am unteren Schaft ist eingemeißelt:
O crux ave spes unica
(O Kreuz einzige Hoffnung sei gegrüßt)

Wenn der Betrachter sich dieses Kreuz ganz genau ansieht, dann stellt er fest, in dieses Kreuz hat der Bildhauer sehr viel Arbeit investiert, es sind viele Details zu sehen.
Da hat der Bildhauer ein Herz mit Kreuz und aufstrebenden Ähren gemeißelt, alles in vertieft erhabener Arbeitsweise.
An der westlichen Seite des unteren Schaftes wurde ein christliches Symbol geschaffen. Man sieht einen Anker und darüber ein Palmblatt gelegt.
Der Anker bedeutet "Hoffnung" und das Blatt erinnert uns an den Einzug Jesu in Jerusalem.

In einem Satz gesprochen: Hoffnung auf ewige Seligkeit.

An der östlichen Seite des unteren Schaftes hat der Bildhauer wiederum in vertieft erhabener Steinmetztechnik ein Kreuz gemeißelt.

An der Sockelvorderseite sind die Namen der Errichter des Kreuzes eingemeißelt:
Ferdinand Kleeschulte
Franziska Bömer
Eheleute 1872

An der westlichen Seite des Sockelsteines sind 2 Quadrate in vertieft erhabener Schrift gemeißelt als Schmuckornament.

Sieht man sich die Proportionen des Kreuzes und des Sockelsteines an, dann drängt sich der Eindruck auf, ob der Hof zu Zeiten der Kreuzerrichtung wohl selbst über einen Steinbruch verfügte und damit genügend gutes Steinmaterial zur Verfügung hatte.

Der angrenzende landwirtschaftliche Betrieb ist heute Eigentum der Familie Wieneke.
Neben der Landwirtschaft hat die Familie frühzeitig die Umstruktuierungen in der Landwirtschaft erkannt und betreibt als weiteres Standbein den Verleih und Aufbau von Schützenfest- und anderen Zelten.

Zur Geschichte des Hofes Wieneke hat das Autorenteam Udo Schniedertöns und Thomas Henkelmann mit den Mitarbeitern Rita Berghoff, Anne Graskemper, Jürgen Henkelmann, Heinz Topp und anderen im Kliever Geschichtsbuch ab Seite 98 folgendes niedergeschrieben:

I. Wieneke (ursprünglich Fortmann, später Kleeschulte): Nr. 1

Eine wechselvolle Geschichte erlebte der Fortmannshof am Südrand von Klieve. Sein A1ter ist heute nicht mehr genau feststellbar, aber möglicherweise handelt es sich um den 1483 in einem Kaufvertrag des Nolke von Melderke genannten Steynhof zu Klieve. Unter dem etwas ungewöhnlichen Namen uffder Vort erscheint der Hof 1565 in einer Steuerliste. Es besteht Grund zur Annahme, daß sich daraus der spätere, auch in den Steuerlisten immer wiederkehrende Name Fortmann bildete, denn noch bis in das heutige Jahrhundert nannten die Dorfbewohner den Hofbesitzer oft ,,upp de Fort". Mit demJahre1680 beginnt eine nahezu lückenlose Hofgeschichte, aber bereits früher, wie zum Beispiel 1652, tritt der Name Fortmann auf. Nachdem aus der Ehe des Heinrich Fortmann und Elisabeth Kleyschulte aus Robringhausen keine Kinder hervorgingen, verwaltete ein Verwandter der Frau den Hof. Später erbte ein Neffe, der 1782 in Robringhausen geborene Franz Georg Kleyschulte das Anwesen.
07 Kreuz der Familie Müller
Die nun folgenden Jahre trug der Hof den Namen Kleeschulte.
Im Jahre 1923 heirate Josef Wieneke aus Anröchte Anna Kleeschulte, die den Hof in Klieve erbte.
Durch Landtausch mit den Anröchter Landwirten Bürger-Hölscher und Münstemann gelang es Josef Wieneke, die Ackerfläche des Hofes zu vergrößern.
Das ursprüngliche Wohnhaus war 1710 erbaut worden. Nachdem man es später zu einer Scheune umänderte,wurde vermutlich um l850 ein neues Haus errichtet. Dieses, ganz aus Fachwerk errichtete Gebäude hatte im Jahre1922 an seiner Hofseite durch einen Brand Schaden genommen, deshalb wurde die Außenwand durch eine feste Mauer aus Kliever Bruchsteinen erneuert, was dem Hof ein ganz besonderes Aussehen gab. Im Jahr 1963 wurde aber das Wohnhaus durch ein neues ersetzt.


Zur Generationenfolge lässt sich folgendes sagen:

Eigentümer zur Zeit: Josef Wieneke u. Silke Wieneke
Ernst Wieneke
Josef Wieneke u. Anna geb. Kleeschulte

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