Dass andere Leute kein Glück haben,
finden wir sehr natürlich,
Dass wir selber keins haben,
erscheint uns immer unfassbar
Marie von Ebner-Eschenbach
Weitere Erläuterungen zusammengestellt von Ortsheimatpfleger Gerhard Henneke
Weihnachten 2019
Lage nach Straßenbezeichnung: Alte Allee 8
Geographische Lage nach Google Earth: 51°34'23.11'N 8°17'33.25'' O
Höhe ü.N.N. 139 m
Allgemeines, Programmablauf der Restaurierung, Finanzierung und Quellennachweis klicke hier
Das Kreuz steht nicht unter Denkmalschutz, es befindet sich in sehr gutem Zustand.
Sie stehen vor einem einfach gehaltenen steinernen Kreuz, das zur Strasse stehend jedem
Durchfahrenden auffällt und an den Tod unseres Herrn erinnert. Man kann zu dem Kreuz hin gehen,
wenn auch der Standort ca. 3 m auf dem Gartengrundstück platziert ist und bei Beachtung
einiger geringerer Aufkantungen gut zu erreichen ist.
Auch ohne Corpus, der nicht mehr angebracht ist, kann die Kreuzform ausdrucksvoll genug
sein. Es gibt aber auch Bestrebungen, wieder einen Corpus anzubringen,
Hinsichtlich der Begründung oder Ursache, die ausschlaggebend dafür waren, ein Kreuz aufzustellen,
berichtete mir am 10.Mai 2018 Frau lnge Tillmann geb. Kußmann: Meine Eltern (Albert u. Maria geb.
Berghoff) haben mir erzählt, daß früher häufig Unfälle mit Pferdewagen geschahen, die von Anröchte
kamen, nicht bremsen konnten und vor oder neben dem Kreuz im Graben gelandet sind. Alle sind
aber mit dem Schrecken davongekommen.
Als lnschrift ist zu lesen, zunächst ganz oben: lNRl (in vertieft erhabener Schrift)
lNRl oder auch J.N.R.J. sind die lnitialen für den lateinischen Satz:
Jesus Nazarenus Rex Iudaeorum. (auch Jesus Nazarenus Rex Judaeorum)
J H S: das Christus-Monogramm und die Kurzform des Namens Jesu.
IHS wird aber auch von den Jesuiten als "Iesum Habemus Socium" (Wir haben Jesus als Gefährten)
oder lesus Hominum salvator (Jesus, der Erlöser der Menschen) gedeutet.
lm unteren Bereich des Schaftes steht: O Crux ave spes unica
Zu deutsch: O Kreuz einzige Hoffnung sei gegrüßt
lm Sockel ist zu lesen: Theodor Wieberg
Maria Wieberg geb. Meschede
1886
ln den vier Ecken des Sockels hat der Bildhauer aufwändigen Schmuck in Form von Eichenblättern
und Eicheln gemeißelt.
Seitlich am Schaft an der Südseite ist ein christliches Symbol in vertieft erhabener Steinmetztechnik geschaffen.
Es zeigt einen Anker, das Symbol der Hoffnung, ein Kreuz, ein Herz, das Symbol der
Liebe, kurz gefasst bedeutet es: Hoffnung auf ewige Seligkeit.
lm Sockelbereich an der Südseite har der Bildhauer 2 Blumenmotive gemeißelt.
Das angrenzende Anwesen war bis vor wenigen Jahren über viele Generationen Eigentum der Familie
Kußmann, und davor Wibberg. ln weit früheren Jahren wurde auch einer der gegenüberliegenden
großen Steinbrüche (allerdings in kleinerem Umfang) von diesem Anwesen aus betrieben. Eine der
Töchter erhielt diesen Steinbruch dann als Mitgift mit nach Anröchte.
Vereinfacht läßt sich die Generationenfolge des Hofes Kußmann wie folgt darstellen:
Jetzige Eigentümerfamilie :
Reinhold Ulrich
Albert Kußmann und Maria Kußmann geb. Berghoff
Josef Kußmann + Maria Kußmann verw. Wibberg,
(aus Völlinghausen/Erwitte) geb.Höltermann
Heinrich Wibberg + Mario geb. Höltermann
Theodor Wibberg+ Maria Wibberg geb. Meschede, (errichteten das Kreuz)
Zur Geschichte des Anwesens der Familie Ulrich, früher Kußmann, hat das Autorenteam Udo
Schniedertöns und Thomas Henkelmann mit Rita Berghoff, Anne Graskemper, Jürgen Henkelmann,
Heinz Topp und anderen im Kliever Geschichtsbuch auf Seite 111 folgendes niedergeschrieben:
Xlll. Kussmann (früher Wilmes, auch Wieberg): Nr. 21
Der Hof Wilmes wird seit dem Jahre 1685 in den Steuerlisten von Klieve geführt. Es war, wie bereits in
einem Anschreibebuch der Pfarrei Mellrich des Jahres 1648 erkennbar ist, ein von der Pfarrkirche vergebener Erbkotten. Erst im (vor-) letzten Jahrhundert ist er an seine heutige Stelle verlegt worden Dieses wird ersichtlich in einem Lagerbuch der Pfarrkirche Mellrich: "13. Wilmes Kotten
in Clieve, Hofraum und Garten, grenzend südseits an den Fahrweg, westseits an Diesten Kotten, nordseits an Rötz Obstgarten und ostseits an den Feldweg."
Diese Ortsbeschreibung stimmt mit der Lage unserer heutigen Kapelle überein. Demnach muß bereits 1868 die Verlegung des Hofes stattgefunden haben.
lm Jahre 1911 wurde das heute noch vorhandene Wohnhaus von Heinrich
Wieberg genannt Wilmes erbaut. Nach dem Tode ihres Mannes heiratete Maria
Wieberg genannt Wilmes Josef Kußmann aus Völlinghausen. Schon immer gehörte
zum Hof eine Gastwirtschaft, die 1970 geschlossen wurde.
Die Landwirtschaft wurde bis 1977 betrieben.