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Kreuz

der Familie Schulte


In der Liebe wachsen

Am Ende unseres Lebens
wird es die Liebe sein,
nach der wir beurteilt werden;
die Liebe, die wir allmählich
in uns wachsen und sich entfalten lassen
in Barmherzigkeit für jeden Menschen.

Hildegard von Bingen


Weitere Erläuterungen zusammengestellt von Ortsheimatpfleger Gerhard Henneke
Weihnachten 2019
Lage nach Straßenbezeichnung: Alte Allee 8
Geographische Lage nach Google Earth:51°34'18.20'' N 8°17'16.86'' O
Höhe ü.N.N. 152 m

Allgemeines, Programmablauf der Restaurierung, Finanzierung und Quellennachweis klicke hier

Das Kreuz steht nicht unter Denkmalschutz, ist nun aber von der Fa. Nüthen aus Bad Lippspringe restauriert worden.
Sie stehen vor einem Steinkreuz aus Kliever Stein mit einem bildhauerisch aufwändig gearbeiteten Sockel.
Ähnlich gearbeitete Sockelsteine sind zu finden an den Kreuzen der Familie Ulrich, Fam. Wieneke in Klieve und an den Kreuzen der Familien Henke und Gröblinghoff (Boltenhof) in Altenmellrich.
Infolge des Alters ist der Corpus sehr beschädigt, er wird durch eine Neuanfertigung ersetzt.
In früheren Jahren, etwa bis 1965, stand das Kreuz näher zur unten vorbeiführenden Springbergstrasse, damals mit dem Corpus zur Strasse. Man sieht heute, daß die Löcher am Schaft zu beiden Seiten eingebohrt sind, sodass Vorder- und Rückseite des Schaftes nicht eindeutig zu bestimmen sind.
Am Schaft ist die Inschrift in einfach vertiefter Schrift zu lesen:
O Christi Wunden rot,
mein Hülf in aller Not,
mein Trost im bittren Tod

Auf der Rückseite (Straßenseite) des Fundamentsteines ist zu lesen:
Carl Bömer, Theresia Berghoff,
Eheleute
1848
An der südlichen Seite des Schaftes ist ein Anker mit einem mittig darüber gelegten Blatt bildhauerisch exakt in vertieft erhabener Arbeitsweise gearbeitet worden.
Im christlichen Glauben bedeutet der Anker die Hoffnung, und das Blatt symbolisiert das Palmenblatt mit dem Jesus als Heilsbringer beim Einzug in Jerusalem zugejubelt wurde.
In einem Satz bedeutet dies: Hoffnung auf ewige Seligkeit.
An der nördlichen Seite ist ein Kreuz in vertieft erhabener Arbeitsweise gearbeitet.
Die Südseite des Fundamentsteines ist geschmückt mit 2 Quadraten.
In allen Ecken sind florale und andere Schmuckelemente dargestellt.

Vor dem Schaft angelehnt steht eine Holztafel mit der säuberlich geschnitzten Inschrift:
Im Gedenken an den Gefallenen Alfred Schulte,
geb. 16.12.19
gef. 27.1.1945

Welch ein Schmerz und Trauer müssen auf dem Hof eingekehrt sein, als die Nachricht vom Tod des noch jungen Hofeigentümers Alfred Schulte eintraf; wenige Monate vor Ende des unseligen 2. Weltkrieges.

Wie dem Besucher sicherlich schon aufgefallen ist, ist die Hofanlage Schulte mit ihrem repräsentativen Wohnhaus schon eine auffällige Besonderheit, dazu kommt noch eine lange Tradition.

Zur Geschichte des Hofes Schulte hat das Autorenteam Udo Schniedertöns und Thomas Henkelmann mit den Mitarbeitern Rita Berghoff, Anne Graskemper, Jürgen Henkelmann, Heinz Topp und anderen im Kliever Geschichtsbuch ab Seite 102 folgendes niedergeschrieben:

IV. Schulte (ursprünglich Schulte, später Bömer): Nr. 4

Der Schultenhof ist einer der geschichtlich am weitesten zurückverfolgbaren Höfe des Dorfes. Einer Akte des Stiftes Meschede aus den Jahren 1692 bis 1695 zur Folge, handelt es sich bei dem Hof um das am 24. Juni 1319 durch die Brüder Wilhelm und Hermann von Volcheringhusen vom Stift Meschede an das Kloster Oerlinghausen verkaufte Gut. 1692 kam es zwischen den beiden Klöstern zu einem Rechtsstreit, dessen Gegenstand der Wert einer dem Stift Meschede noch aus dem Kauf des Jahres 1319 zustehenden Geldrente war.
In dieser Akte wird der "Schultenhof zu Clive, Kirchspiel Mellrich" genannt.
Auch in den Steuerlisten des 17. und 18. Jahrhunderts erscheint der Name Schulte. Erstmalig findet sich eine Eintragung in dem Schatzungsregister des Jahres 1565. Die Familiengeschichte Schulte läßt sich anhand der Kirchenbücher bis in das Jahr 1642 zurückverfolgen. Doch schon aus früherer Zeit ist Wissenswertes bekannt. So wurde bereits 1618 von den Eheleuten Heinrich Messhofff und Margarethe Brinkhoff, genannt Schulte, das alte Wohnhaus errichtet. Es bestand nahezu 300 Jahre, bis es im Jahre 1915 abgerissen wurde.
Nachdem im Jahre 1769 Anna Maria Lüchtefeld, verwitwete Schulte aus Klieve den vom Hof Schulte-Drüggelte bei Körbecke stammenden Johann Georg Bömer heiratete, kam es im Jahre 1791 zwischen diesem und dem Bruder Johann Heinrich Bömer zu einem Gütertausch. Gemäß dem Tauschvertrage kam damit Johann Georg Bömer auf den Schnapphof bei Körbecke, und Johannes Heinrich Bömer kam mit seiner Frau Margarethe Schnapp nach Klieve.
Im folgenden setzte sich entgegen der üblichen Regel der Familienname gegen den Hofnamen durch. Der neue Besitzer nahm einige Veränderungen an dem Hof vor. So ist bekannt, dass er das Wohnhaus renovierte und im Jahre 1816 die heute nicht mehr vorhandene Wassermühle in Klieve errichtete.
Durch die Hochzeit von Ida Bömer und Adam Schulte aus Völlinghausen an der Möhne im Jahre 1903 führte der Hof wieder seinen ursprünglichen Namen.
Wie aus Erzählungen noch bekannt ist, wohnte früher bei Schulten ein französischer Geistlicher, der auch als Dorfschullehrer fungierte. Es ist aber nicht eindeutig festellbar, in welcher Zeit dieses war. Denn während von 1799 bis 1802 der französische Priester Guilleaume Morin in Klieve war, wohnte später, zwischen 1817 und 1821, ein anderer französischer Geistlicher im Dorf.

Zur Generationenfolge auf dem Hof Schulte lässt sich folgendes schildern:

Zur Zeit, jetzt: Alfred Schulte, geb. 19. u. Elisabeth geb.......geb.....
Dr. Oskar Schulte, geb. 1915 u. Beate geb. Kruse, geb. 1922
Adam Schulte, geb. 1873 u. Ida Schulte geb. Bömer, geb.. 1876
Johann Georg Bömer, geb. .. u. Margarethe geb. Schnapp, geb.
Johannes Heinrich Bömer, geb... u. Anna-Maria verw. Schulte, geb. Lüchtefeld, geb....
Heinrich Messhoff, geb... u. Margarethe geb. Brinkhoff, geb......
Zu allen Zeiten war man auf dem Hof Schulte bemüht, durch Fleiß und kluge Bewirtschaftung gute Ernten zu erzielen und den vorhandenen Besitzstand zu mehren. Vorausschauend auf die großen strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft besitzt der Hof mittlerweile größere Ländereien auch im europäischen Ausland.

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