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Bildstock

der Familie Röper-Schültken


Man sieht mit nichts so klar
wie mit dem Herzen.
Das Bedeutende ist für
die Augen unsichtbar.
Antoine de Saint Exupery


Weitere Erläuterungen zusammengestellt von Ortsheimatpfleger Gerhard Henneke
Weihnachten 2019

Lage nach Straßenbezeichnung: Soester Straße 30
Geographische Lage nach Google Earth: 51°33'16.10'' N 8°14'37.33'' O
Höhe ü.N.N. 169 m

Allgemeines, Programmablauf der Restaurierung, Finanzierung und Quellennachweis klicke hier

Sie stehen vor einem Bildstock der barocken Bauart, wie auch sein Entstehungsjahr 1776 verrät.
Den Bildstock können Sie berühren, in dem Sie zu ihm hin gehen. Der Standort liegt etwa 3 m hinter dem Gehweg, sie gehen auf eine Pflasterfläche ohne Stolperkante.
Die Maße sind: Höhe 2,35, Breite 1,15 m.
Franz-Josef Remmert ( + 2019 ) aus Altengeseke beschreibt in der von ihm verfassten Broschüre "Bildstöcke und Wegkreuze in Altengeseke im Sommer 2018", das vor Ihnen stehende Objekt folgendermaßen:
Errichtet: 1776
Grund der Errichtung: Zu Ehren der Hl. Dreifaltigkeit
Inschrift: 1776 --- Sancti
Ssmi Trini(tatis)
Xaverli et ....
Franciscus
Luitmagist.... (?? Lehrer)
Die Schrift ist leider verwittert und steinmetztechnisch in vertieft erhabener Arbeitsweise hergestellt.
Zusätzlich zu der genannten Inschrift ist noch zu erwähnen:
Die Wiedergabe der Inschrift deckt sich mit der Angabe von Dr. Grusemann in seinem Buch "Altengeseke 833 - 1983".
Der Bildstock ist Eigentum des jeweils gegenüberliegenden Hofeigentümers des Hofes Buxot-Röper, jetzt Röper-Schültgen, Soester Strasse 30.
Beim Ausbau der Soester Straße zwischen 1975-80 wurde der Bildstock etwas nach Norden versetzt. In diesem Zusammenhang erfolgte auch eine Restaurierung durch den Soester Bildhauerbetrieb Düchting.
In seinem Buch schreibt Dr. Grusemann über den Hof Buxot-Röper folgendes:

Buxot - Röper
Der Name Buxot oder Bucksot hat sich gebildet aus ,Buch' und ,Sot 'und bedeutet Brunnen an den Buchen. Auch das Wort Buch und Buchstabe stammt von der Buche, vom Buchenholz.
Mit dem Buch-Sot ist der alte Waschteich an der Nordostecke der Scheune des Buxothofes gemeint. Er wird von einer Quelle gespeist, und seine Tiefe wurde 1916 mit 4 m angegeben. An diesem Teich haben bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges die Frauen und Mägde der Altengeseker Höfe ihre große Wäsche gewaschen und sich dabei des "Büekers", eines Holzklöppels, bedient. Auf dem Hofe selbst hinter dem alten Wohnhause befinden sich noch zwei Brunnen.
Der Name Bucksot kommt in den Altengeseker Geschlechtern in den verschiedensten Schreibformen vor, selbst als Bucksaarth. Die Erwähnung des Hofes als "Gut Bucksoyt" (das y wird nicht gesprochen) im Patroklizehntregister (1400) bürgt für sein hohes Alter von rund 600 Jahren. Nach einer unverbürgten Aktennotiz des Lehrers Hugo Arns sollen die Herren von Meschede seit dem 7. Oktober 1238 die Gutsherren des Bucksots gewesen sein, danach die von Medebeke, einem Soester Patriziergeschlecht, und schließlich das Kloster Rumbeck. An das Kloster zahlte der Buxot: 30 Scheffel Roggen, ebenso viel Gerste, Binnerpacht und Gewinngeld. Von den aus dem Schlingwurmbesitz stammenden 6 Morgen Land am Mühlenpfade in der Delle mußte er Pacht zahlen an die Burghofkapelle St. Elisabeth, eine Vikarie von St. Patroklus in Soest, und zwar nach den Gewinnbriefen der Iahre 7723, 1736, 1789, L80L:
14 Scheffel Rogen,
14 Scheffel Gerste,
16 Scheffel Hafer, dazu ein Hofgeld und alle 12 Jahre ein Gewinngeld.
Damit nicht genug, zahlte der Hof auch an den Grafen von Fürstenberg zu Herdringen 7 Mudt Roggen und 7 Mudt Gerste.
An den Buxotbauern wurde 1760 auch Göbeln Hof vergeben, weil er an das Kloster Rumbeck mit 500 Mütte Pachtkorn und 94 Rtlr. im Rückstand war; es war das Gelände von Engeln Knapp (Nr. 33) bis an die Kirchstraße (Nr. 29). Die normale Pacht für diesen zweiten Hof betrug je 30 Scheffel Roggen und Gerste zuzüglich Binnerpacht und Gewinn. Im Jahre 1791 kam der Buxot durch Einheirat an Franz Caspar Röper vom Stallhanshofe.
Adam Josef Röper, geb. 1834, Hoferbe, heiratete in zweiter Ehe Maria Hakelör gt. Schulte zu Westrich, übernahm den Hof in Westrich und überließ den Altengeseker Hof seinem jüngeren Bruder Anton, dessen Nachkommen noch heute den Hof besitzen. Der Hof wird jedoch nicht mehr bewirtschaftet; die Ländereien sind verpachtet.
Ergänzend zu diesen beiden Rumbeck-pflichtigen Höfen sei auf zwei bereits erwähnte Urkunden hingewiesen: am 29.12.1280 und am 8.10.1298 ging es insgesamt um mehrere Altengeseker Höfe, die aus dem Eigentum des Gottfried v. Meschede dem Kloster Rumbeck übertragen wurden. Unter ihnen werden mit Sicherheit die Höfe Göbel und Bucksot gewesen sein. Danach war das Dorf Altengeseke schon vor 1300 vom Antegraben im Norden bis zur jetzigen Straße "Am Buxot" besiedelt.
Ergänzend zur Personengeschichte des Hofes ist noch zu erwähnen, dass - wie Dr. Grusemann schreibt,- der Sohn des jüngeren Bruders Anton am 08.02.1913 geboren wurde und später die Ehe mit Frau Maria Röper geb. Bals aus Seringhausen (deren Mutter war eine geb. Schültken) einging. Aus dieser Ehe gingen keine Kinder hervor.
Das Hofeigentum wurde dann auf den Neffen der Frau Röper geb. Bals an Thomas Röper -Schültken übertragen; die Ländereien sind weiterhin verpachtet. Thomas Röper-Schültken bewohnt nun mit seiner Frau Silvia und den Kindern Eric und Kristin das schöne Anwesen.

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