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Bildstock und Kreuz

der Familie Brinkhoff


Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
doch keins von allen kann dich schildern,
wie meine Seele dich erblickt.
Novalis, 1772 - 1801, eigentlich Georg Philipp Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg, deutscher Lyriker


Weitere Erläuterungen zusammengestellt von Ortsheimatpfleger Gerhard Henneke
Weihnachten 2019

Lage nach Straßenbezeichnung: Soester Straße 1
Geographische Lage nach Google Earth: 51°33'29,66'' Nord 8°14'57,04'' Ost
Höhe ü.N.N. 169 m

Allgemeines, Programmablauf der Restaurierung, Finanzierung und Quellennachweis klicke hier

Der Bildstock steht unter Denkmalschutz und ist von der Fa. Schmidt Laer/Steinfurt restauriert worden.
Sie sehen einen vor einigen Jahren restaurierten Bildstock barockener Bauart.
Im Tabernakel maßgeblich in blau und rot gefasst sehen Sie die Mutter Jesu mit ihrem verstorbenen Sohn in der Darstellung der Pieta.
Franz-Josef Remmert ( +2019 ) aus Altengeseke beschreibt in der von ihm verfassten Broschüre: "Bildstöcke und Wegkreuze in Altengeseke im Sommer 2018" das vor Ihnen stehende Objekt folgendermaßen:
Errichtet: 1744
Grund der Errichtung: Marienverehrung
Inschrift: "Anno 1744 Dz. 4
HaBen die Wollachtbare Eheleute
Joanes Bucksaet Genant. BrinkHoff Und
Elisabetha BrinkHoff dieses zu Ehren
der Schmerzhaften (Mutter Gottes errichtet)".
Inschrift (an der Ostseite)
"Dich zu grüßen fall zu Füßen
O betrübte Mutter mein
deine Schmerzen
fall zu Herzen
... (so ins Herz gedrungen ein)

An der Kreuz-Vorderseite steht: Zur Ehre Gottes.
An der Rückseite ist zu lesen:
C.B.
D.B.
1885

Das Kreuz steht nicht unter Denkmalschutz, ist nun aber restauriert worden von der Fa. Wibbeke Geseke.
Das Kreuz stand ursprünglich ca. 500 m in Richtung Anröchte. Dort war auch noch ein ganz alter Corpus angebracht. Damals wurde die Familie Brinkhoff von einem Sammler auf den Corpus angesprochen. Frau Annemie Brinkhoff erzählte mir, daß man dem Sammler den Erwerb des Corpus verwehrt habe. Einige Wochen später sei der Corpus gestohlen worden. Darauf hin habe man sich in der Familie entschlossen, das Kreuz näher zum Hof zu holen, zum jetzigen Standort. Den Corpus habe man dann durch den jetzigen Corpus aus Kupfer ersetzt, die wertvolle künstlerische Arbeit haben dabei die Fa. Gebrüder Winkelmann aus Möhnesee-Günne gearbeitet.

Dr. Hans Grusemann schreibt in seinem Buch" Altengeseke 833 - 1983" über den Hof Brinkhoff:
"Der Brinkhoff

,.Brinkhof" bedeutet Hof am Brink, am Grashügel. Wenn in der Hoflage von diesem Hügel keine Spuren mehr zu erkennen sind, muß man dennoch annehmen, daß der Hof früher als deutlicher Hügel herausragte, der im Laufe der vielen Jahrhunderte abgetragen wurde.
Nachbarn wissen aus den Erzählungen ihrer Väter, daß die Viehstallungen links von der Hofeinfahrt erst gebaut wurden, nachdem der Hofgrund eingeebnet worden war, weil er von Südosten nach Nordwesten ein beträchtliches Gefälle hatte.
Alte Überlieferungen nennen den Brinkhoff ein Splißgut des Schlingwurm, d.h. einen vom ursprünglichen Rittergut abgesplitterten Hof, der sich schon sehr früh als selbständiger Hof losgelöst haben muß.
Bei den Ausgrabungen zur Erweiterung der Dorfdurchfahrt Altengeseke wurde 1980 im Bereich der südlich am Hof verlaufenden Dorfstraße eine alte Gräfte im Erdreich sichtbar.
Diese Gräfte bog etwa 25 Meter westlich der Linde nach Norden um. Es ist zu vermuten, daß sie im weiteren Verlauf über den noch bestehenden Ententeich hinausging. Wo sie als nördliche Befestigung des Platzes verlief, ist im Gelände nicht mehr feststellbar, obgleich sie vor Jahrhunderten sicherlich bestanden hat. Ob und wo auf der Westseite des Hofes in der Nachbarschaft der heutigen Straße zur Österecke Wall und Graben verliefen, ist nicht zu erkennen, könnte aber vielleicht einmal durch Stichgräben erforscht werden. Das Alter des Brinkhofes geht quellenmäßig bis vor den Dreißigjährigen Krieg zurück. Von den Patrokli-Zehnthöfen muß es das Wesselergut dar Oysten des Nolke van Eluerke sein. Der Brinkhoff war etwas später den Freiherren v. Schorlemer abgabepflichtig, und zu deren Höfen zählte der Osterhof und der Sackhof."

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