Bedenke,
dass jemand,
der an deine Tür klopft,
vom Himmel geschickt
sein könnte.
Irischer Segenswunsch
Weitere Erläuterungen zusammengestellt von Ortsheimatpfleger Gerhard Henneke
Weihnachten 2019
Lage nach Straßenbezeichnung: Am Sommerhof 1
Geographische Lage nach Google Earth:51°34'05.66'' Nord, 8°15'38.94''Ost.
Höhe ü.N.N.160 m
Allgemeines, Programmablauf der Restaurierung, Finanzierung und Quellennachweis klicke hier
Das Kreuz steht nicht unter Denkmalschutz, ist aber kürzlich von der Fa. Wibbeke, Geseke restauriert worden.
Sie stehen vor einem steinernen Kreuz mit Korpus. Neben der befestigten Straße etwa 4 m abseits steht das Kreuz hinter einer leichten Strassenmulde. Sie können das Kreuz anfassen. Eine mächtige Linde mit Durchmesser 60 cm steht hinter dem Kreuz und bildet so in der Landschaft die typische Einheit Kreuz und Baum. An der Rückseite ist das Kreuz mit einer dicken Eisenstange gegen Umfallen gesichert.
Franz-Josef Remmert (+ 2019) aus Altengeseke beschreibt in der von ihm verfassten Broschüre:
"Bildstöcke und Wegkreuze in Altengeseke im Sommer 2018" das vor Ihnen stehende Objekt folgendermaßen:
Errichtet: um 1911 bei Errichtung des (alten) Wohnhauses der Familie Rustige.
Grund der Errichtung: Erinnerung an den Tod Christi, Gottesverehrung.
Dr. Grusemann schreibt in seinem Buch: Altengeseke 833 - 1983:
Der Sommerhof
Gottfried (Fritz) Sommer vom Coershofe war ein passionierter Jagdliebhaber, der eine eigene
Jagd auf eigenem Lande erstrebte. Das war möglich, wenn er 300 Morgen Land zusammenhängend
nachweisen konnte. Er begann die Idee zu verwirklichen. Sein größter
Landkomplex lag um Coers Busch. Dort baute er den "Sommerhof" inmitten seiner Felder.
Abseits gelegene, aber z. T. in der Bodenqualität wesentlich bessere Ackerstücke verkaufte
er. Durch Holzversteigerungen suchte er einen Teil der notwendigen Bargelder zu beschaffen.
Auch die Geldabfindung seiner Frau Anna, geb. Luig, Nachbarskind von Sültrop gt.
Spanier, sollte dazu beitragen. Dennoch hat sich Gottfried Sommer übernommen, zumal
die Ländereien um den Hof ertragsmäßig nicht ausreichten, um die restlichen Schulden
decken zu können. Der Coershof war schon verkauft worden; es endete schließlich damit,
daß er auch den Sommerhof aufgeben mußte. Die Stadt Dortmund kaufte ihn und setzte
einen Pächter darauf . Den Hof bewirtschaftet jetzt Kaspar Rustige als Eigentümer.
Ein Bruder des Gottfried Sommer namens Anton heiratete Elisabeth Harlinghausen und
zog in Treppenküsters Haus. Ein zweiter Bruder August erbte durch Heirat mit Anna Gröblinghoff
die Wirtschaft Steffens; von ihren beiden Söhnen Josef und August ist an anderer
Stelle zu lesen (S. 140/7). Ein Sohn des Gottfried Sommer war der praktische Arzt Dr. Josef
Sommer in Anröchte.
Im Coershof aufgegangen ist der Hof Nüse, der zwischen dem Coershofe und dem Wohngrundstück
Kühle lag, mit Zugang vom Antegraben. Als Steuerzahler dieses Hofes sind
überliefert: Heinrich Nouße 1536, Jacob Nuiße und Ciriacus Nuße 1565, Heinrich Nüse
1682. -
Um 1565 waren nur zehn Altengeseker Höfe höher besteuert als Nüse. Seine Abgaben
an die Kapelle St. Elisabeth zu Soest waren wie die des Coershofes durch die Pastöre
von Altengeseke zu kollektieren und nach Soest abzuführen. Im vorigen Jahrhundert ist
der Nüsenhof als selbständiger Hof eingegangen und mit dem Coershof vereinigt worden;
der letzte Nüse hatte ihn verkauft und war nach Amerika ausgewandert. Der letzte Bewohner
des Hofgrundstücks war der Flurschütz Victor Schrewe gt. Nüse, der als Flurschütz
zuletzt ein Einkommen von 20 Rtlr. pro )ahr hatte. - Beim Verkauf des Grundstücks
wurde das Wohnhaus von Sticht erworben, der es niederlegen und im Süden des
Dorfes "Am Buxot" wieder aufbauen ließ, wo es jetzt noch von Franz Sticht und seinem
Sohne Ludwig mit Familie bewohnt wird. Bei Nennung des Namens Ludwig Sticht soll eine
kleine Sehenswürdigkeit nicht unerwähnt bleiben. Aus früher Neigung und späterer
Passion hat Ludwig Sticht in zwei Räumen hinter seinen Garagen ein Raritätenkabinett angelegt,
das ein Mittelding darstellt zwischen Heimatmuseum und Familienandenkensammlung; es ist manch schönes Stück vergangener Zeiten darin.